Was mir als eins der schrägsten Projekte der Luhmannschen Theorie erscheint, ist mit einigem Abstand der Methodenvorschlag 'Äquivalenzfunktionalismus'. Im vorliegenden Text 'Gesellschaft der Gesellschaft' sucht Luhmann die Theorie einer gesellschaftstheoretisch informierten Wissenschaft als Dekonstruktion überraschender und nicht überraschender Methoden anzulegen. Dabei erscheint die Trennung von Realität und Kenntnis als möglicher Ansatzpunkt für "raffinierte[re] Formen der systeminternen Erzeugung und Bearbeitung von Informationen."(S.37)
"Es wäre"[...], so schreibt Luhmann, "[...]viel damit zu gewinnen, könnte man Bekanntes aus ungewohnten Perspektiven neu beleuchten oder anders kontextieren."(S.42) Den Hinweis wie dies in einem polykontexturalen System auszusehen hat, fällt dabei seltsam knapp aus. "... so bleibt nur die Möglichkeit, theoriebautechnisch so transparent wie möglich zu verfahren und Begriffe als Entscheidungen auszuweisen, die mit erkennbaren Folgen geändert werden können."(S.43)
Mir scheint die hier geforderte theoriebautechnische Transparenz mehr als ein künsterisches Unterfangen als eine methodologische Vorbemerkung (und erinnert mich irgendwie an die drei Schachregeln: Carefully. Carefully. Carefully. ;-))
Wo ist diese methodologische Überraschungsmaschine?!
Insel für einen virtuellen Luhmann-Lesekreis
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Freitag, 26. Februar 2010
Dienstag, 2. Februar 2010
Um "Tod durch Konsens" zu verhindern...
Ist das schon eine Definition von Soziologie? Handelt es sich dabei nicht eher um eine Beschreibung, wie binnendifferenziert das Feld soziologischer Theorie geworden ist? Luhmann schreibt ja kurz danach auch über das
"Verhältnis von Komplexität und Transparenz. Man könnte auch sagen: um ein Verhältnis von intrasparenter und transparenter Komplexität" (9).
Was für mich darauf hindeutet, dass er mehr darüber brütet, wie er mit der Vielfalt innerhalb der Soziologie umgeht, und noch nicht so sehr, was Soziologie eigentlich beobachtet.
Soziologie, das ist für Luhmann doch die "Theorie sozialer Systeme". Wobei er darunter 1967 einen
"Sinnzusammenhang von sozialen Handlungen [...], die aufeinander verweisen und sich einer Umwelt nicht dazugehöriger Handlungen abgrenzen lassen" (LM 1991: 115)
verstand. Bewusst den etwas antiquierten "alten" Luhmann hervorgeholt, zeigt das Zitat, dass die Beobachtung von Sinn und dem was er als sozial definiert (zunächst "Handlungen, die aufeinander verweisen", später dann "Kommunikation") für seine Soziologiedefinition zentral sind.
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Luhmann 1991: Soziologie als Theorie sozialer Systeme. In: Soziologische Aufklärung 1, S.113-136
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